Lösch Wienn
Rauchmüller
.
del
.
Lerch
sc
DJe
DIe
Nunmehro
Schmutzige
vnnd
Nichts=Nutzige
Welt
hat
vnd
halt
neben
an=
Der
Jnhalt
diser
wenig
Blätl
zeiget
/
wie
man
den
verstorbnen
Christglaubi
gen
ein
hülffreiche
Hand
reichen
kan
/
dafern
sie
in
dem
peynlchen
peynlichen
Ofen
deß
Fegfeuers
verhafft
ligen
/
wie
es
dann
vermuthlich
ist
von
gar
vielen
/
so
durch
verwichne
Pest
von
vns
das
Valete
genommen
.
Daß
ich
mich
aber
Euer
Hochwürden
vnnd
Gna
den
lichen
Capitul
dise
wenige
Zeil
zu
dediciren
vnterfan
ge
/
hat
mich
erstlich
darzu
bewogen
dero
beharrliche
Andacht
/
vnd
allbekandter
Eyffer
/
welchen
sie
zwar
zwischen
den
Mauren
vnd
Enger
/
strenger
Clausur
verbergen
wollen
/
kan
aber
doch
nicht
also
verhült
wer
den
/
daß
er
nicht
allerseits
kundtbar
vnd
stattkündig
außbrichet
;
Und
weil
in
vnserer
Todten=Capellen
durch
Jährliche
solennitet
ein
acht=tägige
Andacht
für
Zum
anderten
ist
be
kant
/
das
zwar
der
Heili
ge
Martyrer
vnnd
Blut=
Zeug
Christi
Florianus
als
ein
Patron
für
Löschung
der
gefährlichen
Brunsten
verehrt
wird
;
also
glau
be
ich
wohl
/
wann
schon
Euer
Gnaden
vnter
deren
Liebsten
vntergebnen
keine
Florianos
zehlen
/
werde
aber
wohl
Florianas
fin
den
/
verstehe
fromme
Ge
müther
/
welche
mit
ihren
gewöhnlichen
Andachten
das
Es
scheint
zwar
dises
kleine
Büchel
wie
jener
Fei
genbaum
in
dem
Evange
lio
,
so
viel
Blätter
vnd
kein
Frucht
hätte
/
vnd
des
senthalben
es
etwann
ei
ner
möcht
/
daß
ich
mit
ein
so
wintzige̅
Offert
auffwarte
.
Es
tröst
mich
aber
jene
Jungfrauen
Procession
nach
dem
Himmel
/
auß
dero
fünff
derenthalben
Willkomm
seynd
gewest
bey
der
Himmel=Porten
/
weilen
sie
brennende
Lam
pen
mit
sich
getragen
/
hof
fe
dessentwegen
auch
/
daß
es
mir
nicht
werde
vn
gnädig
ablauffen
bey
der
Himmel=Porten
zu
Wienn
/
dann
ob
ich
schon
keine
brennende
Lampen
mit
Offerire
demnach
mit
allzim̅ender
Demuth
/
vnd
Unterthänigkeit
dises
we
nige
vnd
Gnaden
/
wie
auch
de
ro
Wohl=Ehrwürdigen
Frau
Dechäntin
/
sambt
dem
Löblichen
Convent
,
Lebe
der
tröstlichen
Zu
versicht
/
sie
werden
mich
vnd
vns
alle
dermahlen
Dienst
ergebene
Caplanen
in
gewünschter
Wohlge
wogenheit
beständig
er
halten
.
Euer
Hochwürden
vnd
Gnaden
/
sambt
deß
Löb
lichen
Capituls
.
Wienn den 2 . Novemb . Anno 1680 .
Demütigster
vnd
dienstschul
digster
Caplan
.
P . F . Abraham .
LJeber
LIeber
Leser
/
es
wird
ohn
gezweiffelt
dieses
wintzi
ge
Büchel
in
viler
Händ
gerathen
/
denen
das
Fegfeuer
/
für
ein
heylige
Fabl
vnd
ohn
gründliches
Gedicht
fürkom̅t
/
es
ist
aber
mein
Zihl
nicht
ge
west
allhier
ein
weitläuffige
Di
sputation
zuschmidten
/
ob
zwar
die
häuffige
Argumenten
vnd
auß
dem
Brunn
Göttli
cher
Schrifft
geschöpffte
Zeug
nussen
satsamb
könten
beyge
bracht
werden
/
so
hab
ich
aber
die
Feder
ferners
wollen
sparn
/
vnnd
mit
Göttlicher
Hülff
dergleichen
strittige
Puncten
mit
der
Zeit
durch
mehrere
Lehr
behaupten
/
für
dißmal
hab
ich
für
gut
angesehen
allein
der
Wienner
Gemüther
in
etwas
an=
P
.
Fr
.
Januarius
à
S
.
Elia
:
FF
.
Erem
:
Discalc
:
Ordin
.
S
.
Augusti
ni
per
Germaniam
Provincialis
&
Commissarius
Generalis
.
TEnore
præsentium
Faculta
tem
do
R
.
P
.
Abrahamo
à
S
.
Clara
,
Priori
Conventûs
no
stri
ad
S
.
Augustinum
Viennæ
:
ut
libellum
,
cujus
Titulus
est
:
Lösch
Wienn
/
rc.
Servatis
ser
vandis
,
typis
edere
possit
.
In
quorum
fidem
.
Viennæ
in
præ
memorato
Conventu
nostro
die
20
.
Octob
.
1680
.
P
.
Fr
.
Januarius
â
S
.
Elia
,
idem
qui
supra
.
Imprimatur .
Rudolphus
Carolus
Kazius
,
Exc
.
Reg
.
Consil
.
&
p
.
t
.
Rect
.
Laurentius
Grüner
,
SS
.
Theol
.
Doct
.
Can
.
Vien
.
&
p
.
t
.
Fac
.
Theol
.
Decanus
.
EJn
EIn
jede
Statt
pranget
gemeiniglich
mit
et
was
Denckwürdigs
/
in
der
Haubt=Statt
Constantinopel
wird
für
Denck
würdig
gezeigt
der
prächtige
Tempel
S
.
Sophiæ
,
in
wel
chem
allein
hundert
von
kostbah
ren
Ertz
gegossene
Pforten
zuse
hen
;
Von
der
Reichsstatt
Aug
spurg
wird
für
Denckwürdig
außgeben
/
als
habe
dieselbige
ih
A
ren
ren
Ursprung
gleich
nach
dem
Sündfluß
von
den
Söhnen
deß
Japhets
genommen
/
vnd
folg
samb
tausend
zwey
hundert
vnd
zwantzig
Jahr
vor
der
Ankunfft
Messiæ
gebaut
worden
;
Jn
der
Statt
Solothurn
in
Schwei
tzerland
wird
für
Memorabl
ge
wisen
das
Orth
/
allwo
der
S
.
Ur
sus
mit
sechtzig
andern
streittba
ren
Gespannen
vmb
die
Ehr
vnd
Lehr
Christi
von
dem
Tyranni
schen
Diocletiano
ist
enthaubt
worden
/
mit
disem
vnerhörten
Wunder
/
das
ein
jeder
auß
disen
Christlichen
Helden
nach
der
Enthaubtung
sein
Kopff
in
die
Händ
genommen
/
vnd
selben
über
die
hundert
Schritt
weit
getragen
/
wo
sie
nachmahls
be
graben
worden
;
Jn
der
Reichs=
Statt
Statt
Regenspurg
wird
für
Denckwürdig
gewisen
vnd
ge
prisen
die
mit
gröster
Kunst
zu
sammen
gefügte
Steinene
Bru
cken
über
die
Donau
/
rc.
Zu
Wienn
in
Oesterreich
ne
ben
andern
denckwürdigen
Din
gen
wird
absonderlich
gefunden
etwas
/
an
deme
dise
Residentz=
Statt
allen
den
Vorgang
nimbt
/
vnnd
ist
benantlich
dises
/
das
Wienn
mit
so
viel
tausend
gros
sen
vnd
tieffen
Kellern
also
vn
tergraben
/
das
schon
längst
der
gemeine
Ruff
von
diser
berühm
ten
Statt
gegangen
/
es
seye
zu
Wienn
so
viel
Gebäu
vnter
der
Erd
als
ausser
der
Erd
.
Meine
liebe
Wienner
/
in
kei
A 2
nen
nen
Jahr
habt
ihr
also
vnter
die
Erd
gebaut
/
als
Anno
1679
.
in
welchem
Jahr
mehrer
Wienner
ihre
Ruhe
genommen
vnter
der
Erd
/
als
ausser
derselben
/
aller
massen
die
grassierende
Pest
der
gestalten
dise
Volckreiche
Resi
dentz=Statt
angegriffen
/
das
et
lich
sibentzig
tausend
Jnnwoh
ner
durch
solche
vergiffte
Seuch
seynd
vmbkommen
/
vnd
vnter
die
Erden
gerathen
/
auß
welchen
aber
ein
jeder
in
seinen
letzten
Zigen
gantz
inniglich
geseufftzet
/
vnd
wo
nicht
mit
der
Zung
/
we
nigst
mit
dem
Hertzen
widerholt
jene
Gemüth=dringende
Wort
/
welche
der
verarrestierte
Joseph
in
dem
Egyptischen
Kercker
zu
dem
Königlichen
Mundschenck
gebraucht
hat
/
Memento
mei
,
cum
Mein
Wienn
!
nun
gehet
es
dir
/
GOtt
seye
höchster
Danck
/
gantz
wohl
;
Vor
einem
Jahr
bist
du
gewest
ein
Coppey
alles
Elends
;
Deß
Lots
sein
liebstes
Weib
wegen
eines
ahnartigen
Vorwitz
ist
in
ein
Saltz=Seu
len
verwandlet
worden
/
vor
ei
nen
Jahr
hat
dich
berühmtes
Wienn
fast
gleiches
Unglück
überfallen
/
allermassen
an
dir
vnd
vmb
dir
nichts
als
Saltz
/
verstehe
lauter
gesaltzene
Zäher
anzutreffen
gewest
seyn
;
Die
A 3
Wit=
Es
ist
ein
Orth
im
Reich
/
das
selbe
heist
Mößkirch
/
es
ist
ein
Orth
im
Schwaben
/
das
selbe
A 5
heist
ES
seynd
erleuchte
vnd
schrifftgelehrte
Männer
gewest
/
welche
mit
glaub
würdigen
Bezeugnussen
ohne
Scheuch
außgeben
/
daß
der
Him
mel
/
verstehe
den
Wohnplatz
der
Außerwöhlten
/
so
groß
vnd
weit
seye
/
das
wofern
der
Allmächti
ge
GOtt
auß
einen
jeden
Sand
körnl
/
so
an
dem
Uffer
deß
Meers
ligt
/
einen
neuen
Erden=Kreyß
A 6
erschaf=
Der
H
.
Anno
Ertz=Bischoff
zn
zu
Cölln
hat
auff
ein
Zeit
den
H
.
Heribertum
,
Arnulphum
,
Bardonem
vnd
andere
Bischöff
im
Himmel
gesehen
mit
grosser
Glory
vmbgeben
/
vnd
mitten
vn
ter
ihnen
auch
bereits
einen
herr
lichen
Thron
für
sein
eigne
Per
sohn
sohn
/
als
er
nun
solchen
gantz
girig
wolte
besteigen
/
holla
!
ge
mach
!
Kame
ihm
die
Stimm
entgegen
/
es
könne
nicht
seyn
/
daß
er
den
Himmel
vnd
dessen
Glory
besitze
/
allweil
er
ein
klei
ne
Mackel
an
sein
Kleyd
trage
;
Dise
Mackel
ware
nichts
anderst
/
als
daß
er
zuweilen
noch
denckte
an
die
Schmach
/
so
ihme
die
Cöl
nische
Burgerschafft
zugefügt
.
Wann
nur
ein
Wienner
durch
Göttliche
Zulassung
wider
zu
dem
Leben
kehren
solte
/
wurde
er
sonder
zweiffels
neben
andern
bewöglichen
Dingen
auch
bey
tragen
/
wie
das
vor
einem
Jahr
Anno
1679
.
etlich
tausend
Wien
ner
für
den
Him̅el
kommen
seyn
/
aber
wegen
einer
vnd
der
andern
gerin=
Also
tituliren
wir
vnbedacht
sambe
vnbedachtsambe
vnd
schwanckmütige
Men
schen
die
läßliche
Sünden
/
vnd
neben
allem
vnserem
vielfälti
gen
Vmbgaffen
/
schauen
wir
nie
oder
selten
auff
die
Waag
der
Göttlichen
Justitz
/
wie
ge
nau
dieselbige
vnsere
mindiste
Sünden
vrthelt
/
vnd
züchtiget
.
Einen
Apffel
abbrocken
/
vnd
solchen
Lusthalber
essen
/
ist
Nichts
;
Solches
hat
doch
der
Ottoman̅ische
Monarch
so
grau
samb
abgstrafft
;
Bajacetes
der
Türckische
Kayser
hatte
in
seinem
Hoff=Garten
einen
Apffelbaum
gepflantzt
/
vnnd
selben
mit
sei
nem
Fleiß
so
weit
geziglet
/
biß
er
Frucht
getragen
/
vnd
zwar
das
erste
mahl
drey
Aepffel
/
welches
dem
Kayser
also
erfreulich
ware
/
daß
Moyses
von
Kindheit
an
wa
re
gleichsamb
Wunderthätig
vnd
Gutthätig
/
Heylwürckend
vnd
Heylig
/
Siegvoll
vnd
Segen
voll
/
zu
Hoff
der
Allerweiseste
/
in
der
Wüsten
der
Allerandäch
tigste
/
in
dem
Krieg
der
Aller
stärckiste
/
in
dem
Friden
der
Al
lersicherste
/
ein
Regent
aller
Re
genten
genten
/
ein
Jnnhalt
aller
Ta
lenten
/
ein
Patron
aller
Ele
menten
/
bey
GOtt
angenehm
/
bey
dem
Menschen
vornehm
/
bey
GOtt
andächtig
/
bey
dem
Men
schen
vollmächtig
/
allenthalben
groß
/
vnd
von
dem
Himmel
gleichsamb
zu
einen
Jrrdischen
GOtt
gestellt
;
nichts
destowe
niger
ist
er
von
dem
Allerhöch
sten
so
hart
gestrafft
worden
/
daß
ihme
GOtt
das
gelobte
Land
verwisen
/
ja
er
solle
sein
Leben=
Tag
nie
dahin
kommen
/
er
seye
nicht
werth
noch
würdig
/
solche
gewünschte
Landschafft
zu
besi
tzen
/
Vidisti
illam
oculis
tuis
,
&
non
transibis
ad
eam
;
Rath
aber
!
Was
für
ein
grosse
Misse
that
diser
Jsraelitische
Führer
muß
begangen
haben
?
kein
an
derer
derer
als
dise
Geringe
/
er
schlu
ge
auff
den
Befelch
GOttes
mit
einer
kleinen
Forcht
auff
dem
Felsen
/
Wasser
herauß
zulocken
/
welches
dann
nur
ein
läßliche
Sünd
ware
/
vnd
muste
dan
noch
dessenthalben
so
schwer
ge
züchtiget
werden
;
Gehe
hin
vnd
sag
mehr
ein
läßliche
Sünd
seye
Nichts
.
Jn
der
Cistertzienser
Cronick
list
man
von
einem
Geistlichen
/
welcher
wegen
seines
vollkom̅
nen
Wandels
den
Nahmen
ei
nes
Heiligen
führte
/
disen
schick
te
sein
Abbt
auß
/
gewisse
Klo
ster=Geschäfften
zu
verrichten
/
vnd
als
ihn
ein
gwisser
Schiff
mann
über
einen
Fluß
geführt
/
vnd
seinen
rechtmässigen
Lohn
begehrt
/
so
nichts
ware
als
ein
Kreu=
Ein
Haar
ist
klein
/
vnd
doch
in
sieben
Härl
bestunde
die
welt
kündige
Stärcke
deß
Samsons
;
ein
einiges
Punctum
oder
Tipf
fel
ist
klein
/
vnd
doch
kan
das
selbe
einen
Ketzerischen
Text
verursachen
/
wie
folgt
;
surrexit
non
.
est
hic
.
Ein
Steinl
ist
klein
/
vnd
doch
hat
solches
die
grosse
Statua
deß
prächtigsten
Nabuchodonosor
zertrim̅ert
;
B
der
Der
Jener
fromme
Mann
auß
dem
Orden
deß
H
.
Dominici
/
der
einen
H
.
Lebens=Wandel
führ
te
/
muste
vnaußsprechliche
Peyn
in
dem
Fegfewer
außstehen
/
auß
einiger
Ursach
/
weil
er
zu
weilen
ein
übermässige
Freud
schöpffte
an
dem
Gesang
eines
Vögerls
/
so
er
zu
seinem
Trost
in
der
Zell
hatte
.
(
a
)
Jener
gottseelige
Cistercien (a) Roa de Purg.
ser
/
an
dessen
Leben
auch
ein
hundert=augiger
Argus
nichts
zu
tadlen
fandte
/
muste
in
grö
B 2
sten
sten
Flammen
hitzen
vnd
schwi
tzen
/
weil
er
etlich
wenige
ohn
nütze
Wort
geredt
in
der
Kir
chen
.
(
b
)
Der
H
.
Petrus
Damianus
schreibt
von
dem
seeligen
Bi
schoff
Severino
/
wie
daß
solcher
einem
Priester
von
der
Stadt
Cöllen
erschienen
/
ihme
zur
Ur
kundt
seiner
Schmertzen
die
Hand
gereicht
/
worvon
deß
Prie
sters
Hand
also
angefewert
wor
den
/
daß
dessen
Fleisch
wie
ein
Wachs
zerflossen
/
vnd
nichts
als
die
dürre
Beiner
verblieben
:
der
Priester
/
ob
zwar
mit
vnermeß
lichen
Schmertzen
überhäufft
/
er
holte
sich
ein
wenig
/
vnd
ge
traute
zu
fragen
/
warumb
er
Se
verinus
ein
so
heiliger
gewester
Bi=
(b) In Vit. Viror. Illust.
Jst
GOtt
so
genau
in
das
Gericht
getretten
mit
seinen
Heiligen
/
deren
Leben
ein
Exem
pel
vnd
Exemplar
ware
aller
Vollkommenheit
/
wie
wird
es
dann
den
jenigen
ergangen
seyn
/
welche
nach
der
Modi
jetziger
verkehrter
/
bethörter
/
versehr
ter
/
zerstörter
Welt
gewandlet
seyn
?
hat
der
Heilige
Carolus
B 3
Borro-
(c) Baptista Manni Disc. 9.
Hat
der
H
.
Ludovicus
Kö
nig
in
Franckreich
das
Fegfeuer
geforchten
?
vnd
derentwegen
in
dem
Hinterlassnen
Testament
seinen
Sohn
durch
den
wahren
lebendigen
GOtt
beschworen
/
er
wolle
doch
eylfertig
gleich
nach
seinem
Hinscheyden
für
sein
ar
me
me
Seel
durch
gantz
Franckreich
betten
lassen
.
Sub
finem
hor
tor
,
&
adjuro
te
,
Fili
mi
,
ut
si
mihi
contigerit
,
ante
te
migrare
ex
hac
vita
,
ut
toto
Regno
Franciæ
pro
anima
mea
cures
offerri
DEO
pre
ces
,
&
missæ
sacrificia
.
Weilen
nun
so
grosse
Heylige
jene
zeitliche
Flammen
geforch
ten
/
deren
doch
Leben
/
Lieben
/
vnd
Loben
stäts
in
GOtt
/
vnd
an
GOtt
ware
;
wie
haben
erst
wir
elende
Menschen
zuförchten
zu förchten
/
indeme
vnser
Wandl
mit
Mängel
wie
Egypten
zu
Pharaonis
Zeit
mit
Heuschrecken
angefüllt
;
vn
ser
Gewissen
in
den
Dorn=He
cken
/
wie
deß
Abrahams
sein
Widder
hanget
;
vnser
Gedan
cken
wie
deß
Petri
Schiffl
hin
B 4
vnd
ANno
1485
.
hat
die
schöne
Statt
Wienn
in
Oester
reich
nicht
geringe
Trang
salen
außgestanden
/
als
dieselbige
von
dem
Vngarische̅
König
Mat
thia
mit
grosser
Kriegsmacht
belä
gert
/
vnd
in
solche
eüsserste
Noth
getrieben
worden
/
das
der
bittere
Hunger
die
wohlgestalte
Wien
ner=Gesichter
dermassen
entfärbt
B 5
vnd
(d) Bonfin. Ung. Chr. Bucholz. in An.
Jn
mitte
deß
Erdbodens
hat
der
gerechte
GOtt
/
welcher
vns
vernunfftseeligen
Geschöpffen
/
süß
vnd
Spieß
zeigt
/
nach
Arth
vnserer
Verdiensten
/
drey
vnder
schiedene
Oerther
eingeschranckt
/
worinnen
die
Sünder
auß
An
trib
der
Göttlichen
Justitz
ge
züchtiget
werden
:
ein
Orth
pfle
gen
wir
ins
Gemein
benambsen
die
Höll
/
welche
ist
jener
elen
der
Kercker
/
in
dem
die
Ver
dambten
mit
den
Banden
der
Ewigkeit
angefässelt
seyn
;
das
andere
Orth
ist
der
Limbus
,
oder
Vorhöll
;
das
dritte
Orth
tragt
den
Namen
Fegfeuer
/
wo
rinnen
durch
zeitwehrende
Flam
men
die
Seelen
gepeiniget
wer
B 6
den.
den
.
Das
in
dem
Fegfeuer
na
türliches
Feuer
seye
/
ist
ein
all
gemeine
Aussag
der
H
.
Lehrer
;
Ja
es
ist
auch
ein
natürliche
Muthmassung
dessen
:
dann
an
vnterschiedlichen
Orthen
deß
Erd=Bodens
findt
man
einige
Berg
/
welche
mit
gröstem
Ge
walt
/
vnd
abscheulichen
Knallen
stätte
Flammen
außspeyen
/
(
e
)
der
bekante
Berg
Vesuvius
hat
zu
Zeiten
Kaysers
Vespasiani
mit
solchem
Grimmen
Feuer
außgeworffen
/
das
hierdurch
die
angräntzende
Landschafft
sambt
Stätt
vnd
Flecken
in
Aschen
ge
legt
worden
;
Der
Berg
Ætna
in
Sicilien
weiset
zum
öfftern
solche
Feuer=Funcken
/
das
man
gäntzlich
darvor
halt
/
er
seye
ein
Ca=
(e) Nizeph. lib. 6. c. 12.
(f) Balthas. Diaz ex Ind. 1556.
Der
H
.
Cyrillus
Bischoff
zu
Jerusalem
schriebe
auff
ein
Zeit
dem
H
.
Augustino
ein
Brieff
/
vnter
andern
setzte
er
dise
denck
würdige
Wort
/
(
g
)
Mallet
enim
quilibet
eorum
,
&c
.
Ein
jeder
in
dem
Fegfeuer
/
wann
es
in
(g) S. Aug. Epist. 20. Charit. de Nov.
Moyses
der
Jsraelitische
Füh
rer
sandt
einsmahl
auß
Befelch
Gottes
zwölff
Männer
auß
/
wel
che
das
gelobte
Land
Chanaan
solten
außkundschafften
/
vnnd
sein
die
gewisse
Avisa
zuruck
bringen
/
wie
dieselbe
beschaf
fen
seye
?
dise
nach
40
.
Tagen
kommen
zuruck
/
vnd
weil
sie
schlecht
behertzte
Gesellen
wa
ren
/
auch
dero
Buesen
mit
Haa
senbalg
gefüetert
/
trauten
ihnen
nicht
obberührte
Landschafft
mit
ge=
Aber
das
heist
nicht
auffge
schnitten
/
sonder
ist
die
klare
Warheit
:
wann
man
die
grosse
vnd
schwäre
Peyn
deß
Fegfeuers
wohl
erwegen
thut
/
so
seynd
alle
(i) Num. 13. cap.
(k) In Vit.
Diocletianus
,
Maximinia
nus
,
Vespasianus
,
Julianus
,
Gordianus
,
Valerianus
,
Aure
lianus
,
Numerianus
,
Jovinia
nus
,
lauter
Tyrannen
/
lauter
Blut=Egl
;
lauter
Tiger=Ge
müther
/
lauter
Schlangen=Brut
/
lau=
Der
from̅e
vnd
H
.
Man̅
Dio
nysius
Carthusianus
schreibt
von
einen
seeligen
Ordensmann
in
Engeland
/
wie
daß
demselben
auff
vieles
Anhalten
GOtt
der
Herr
habe
gezeigt
die
Peyn
deß
Fegfeuers
/
über
welche
er
sich
also
entrüst
hat
/
daß
er
lang
gantz
redloß
verblichen
/
endlich
in
diese
denckwürdige
Reden
außgebrochen
;
Testis
est
mihi
‚
DEUS
,
der
allwissende
GOTT
‚
ist
mein
Zeug
/
wofern
ich
einen
‚
Menschen
wuste
/
der
mein
grö
‚ster
Widersacher
wäre
gewest
/
‚
vnd
alle
meine
Bluts=Ver
wand=
wandte
ermordt
hette
/
vnd
sahe
disen
in
dem
Fegfeuer
/
so
wurde
ich
ohngeacht
alles
Schadens
/
den
er
mir
oder
den
Meinigen
zugefügt
/
für
seine
Erlösung
tau
sendmahl
sterben
;
dann
was
ich
gesehen
hab
in
dem
Fegfeuer
/
übersteigt
allen
Menschlichen
Verstand
/
übertrifft
Zihl
vnnd
Zahl
/
Weiß
vnd
Weesen
/
alle
Schmertzen
vnd
Welte
.
(
a
)
GOtt
der
Herr
hat
befohlen
/
daß
wann
ihm
ein
Geflügelwerck
wurde
auffgeopffert
in
dem
alten
Testament
/
man
es
vorhero
wohl
ropffen
solle
/
die
grosse
Federn
embsig
außrauffen
/
vnd
weil
an
dergleichen
Vögeln
auch
nach
dem
genauesten
ropffen
gleich
wol
noch
kleine
Stifftel
vnd
Milch=Federl
verbleiben
/
also
C
hat
(a) Diony: Carthus: de Jud: part: 1.
(b) Levit. 1. Mom. 1. 13. Qua.
(c) Baron: in Ann: 874.
DAs
Wörtl
Wienn
in
einen
Anagramma
oder
Buchstaben=Wechsel
heist
Weinn
.
Nun
wäre
von
grund
zu
wünschen
/
daß
die
liebe
Statt
Wienn
ein
Wein=Art
/
oder
bes
ser
geredt
/
ein
Wein=Stock=Art
an
sich
nehme
/
als
welcher
ein
fügliches
Sinn=Bild
ist
eines
recht=
Du
mein
werthistes
Wienn
/
weil
du
ohne
das
mit
fruchtbaren
Weinstöcken
allerseits
vmbgeben
bist
/
so
ziehe
gleichmässig
auch
an
dich
die
Arth
eines
Wein
stocks
;
zeige
vnd
erzeige
deine
wohl=gewogene
Freündschafft
nicht
allein
in
dem
Leben
/
son
dern
auch
nach
dem
Todt
/
vnd
vergisse
doch
vmb
Gottes
Wil
len
nicht
der
verstorbnen
Freund
vnnd
Anverwandten
in
jener
Welt
/
welche
mit
drey
trauri
gen
Musicalischen
Notten
dich
ohnauffhörlich
anschreyen
MI-
se-RE-MI-ni
mei
saltem
vos
amici
mei
,
erbarmbt
euch
mei
C 4
ner
ner
auffs
wenigst
ihr
meine
Freund
.
Es
ist
auff
ein
Zeit
einer
zu
einem
Handelsmann
kommen
/
als
der
gar
sein
guter
Freund
ware
/
vnnd
wolte
etwas
von
ihme
kauffen
/
sagte
beynebens
/
mein
Bruder
/
gib
mirs
vmb
ein
leichten
Werth
/
du
wirst
ja
an
mir
keinen
Gewinn
suchen
/
weil
ich
dein
guter
Freund
bin
:
Ja
eben
darumb
antwort
er
/
weil
du
mein
guter
Freund
bist
/
su
che
ich
mein
Gwinn
bey
dir
/
dann
von
einen
Feind
hab
ich
nichts
zu
hoffen
.
Jst
dann
von
nöthen
/
daß
ich
es
bey
meinen
guten
Freund
suche
?
Von
wem
sollen
die
arme
Betrangte
Geister
in
jener
Welt
Hülff
hoffen
?
von
ihren
Fein=
(d) Luc. 2. cap.
Gedencket
wie
die
Göttliche
Justiz
mit
dem
reichen
Brasser
so
scharpff
verfahren
/
dessen
Seel
an
das
ewige
Nimmer
vnnd
C 6
Jm=
O
Meine
Wienner
.
Ver
zeichnet
diß
in
euer
Hertz
hinein
/
grabts
in
euer
Gedächtnuß
hin
ein
/
schließt
es
in
eueren
Ver
stand
hinein
/
vnd
erwegts
wohl
;
ist
der
reiche
Mann
vnter
einer
Todt=Sünd
verpflicht
vnd
schul
dig
gewest
/
dem
armen
/
Lazaro
in
seinen
grösten
Nöthen
beyzu
springen
/
der
ihm
doch
nichts
ver
wandt
ware
/
so
eracht
dann
euer
C 7
Schul=
Als
auff
ein
Zeit
der
gebene
deyte
JEsus
über
das
Galilæi
sche
Meer
=
Schiffte
Meer schiffte
/
welches
an
der
Statt
Tiberias
ist
/
da
folg
te
ihm
ein
absonderliche
grosse
Menge
Volck
nach
/
dann
sie
wurden
gezogen
von
dem
Ma
gnet
der
grossen
Wunderwerck
Christi
;
wie
nun
diser
mildrei
cheste
HErr
hat
gesehen
ein
so
gros=
(e) Mom: in direct: fol. 77.
Man
liset
von
vielen
/
daß
die
arme
Seelen
von
ihnen
mit
gereisch
/
oder
nächtlichen
Ge
töß
vnd
Klopffen
haben
Hülff
verlangt
:
Der
Gottseelige
vnd
Seelige
Joannes
Fabritius
von
Münster
/
hatte
dise
Gemein
schafft
mit
den
armen
Seelen
im
Fegfeuer
/
daß
sie
zum
öfftern
bey
Tag
vnd
Nacht
an
seiner
Thür
anklopfften
/
vnd
Hülff
ver
langten
;
Sag
nur
kein
Kind
/
das
seine
Verstorbne
Elteren
nicht
angeklopfft
bey
seiner
Thür
;
es
ist
nicht
war
/
haben
sie
nicht
anklopfft
bey
deiner
Kammer=
Thür
/
so
haben
sie
doch
an
klopfft
bey
deiner
geheimmer
Thür
deines
Hertzens
/
dann
die
Natur
selbsten
solches
gibt
;
diese
sagt
/
diese
klagt
/
diese
nagt
Spieglet
euch
alle
an
dem
je
nigen
Kind
/
von
deme
geschrie
ben
wird
/
wie
das
einmahl
bey
nächtlicher
Weil
in
dem
Traum
ein
H
.
Bischoff
gesehen
hab
/
was
gestalten
ein
Knab
eine
überauß
schöne
Frau
vnd
Ma
tronin
mit
einen
Guldenen
An
gel
vnd
silbern
Schnierl
auß
ei
nen
tieffen
See
herauß
gezogen
;
nach
dem
der
H
.
Mann
hier
über
erwacht
/
so
führte
er
den
gehabten
Traum
etwas
mehres
zu
Gemüth
/
findt
vnd
ersinnt
/
das
O
Kinder
!
Forderst
ihr
Wienner
Kinder
!
Euer
Jugend
verfaust
verfault o. versaust
gemeiniglich
in
ohn
nütziger
Zeit=Verschwendung
/
vnd
wässern
euch
die
Zähn
mehr
nach
Lustbarkeiten
/
Spielen
/
He
tzen
/
vnd
Fischen
;
klaubt
doch
euch
auß
so
guldener
Zeit
/
die
ihr
wie
das
gemeine
Gesindl
Brod
offt
ohnachtsam
verschimp
len
läst
/
nur
ein
eintziges
Stündl
auß
/
vnd
stellt
ein
gleichmässi
ges
Fischen
an
/
wie
obberührter
danckbahrer
Sohn
/
damit
ihr
euere
betrangte
Eltern
von
der
Tieffe /
Thun
dises
nun
die
jenige
die
in
den
Jrrthumb
biß
über
die
Ohren
sitzen
/
die
in
dem
wahren
Glauben
nicht
erleucht
/
die
sonst
von
der
Mutter=Schoß
an
zu
al
ler
Tyranney
vnd
Grausambkeit
geneigt
seyn
/
was
solt
dann
erst
ihr
Christliche
Kinder
thun
/
die
ihr
von
Christlichen
Blut
her
stammet
?
die
ihr
so
wohl
von
der
Natur
/
als
von
den
Gebotten
GOttes
gewohnt
vnd
gemahnet
werdt
/
den
Eltern
helffen
/
vnd
ihrer
nicht
zu
vergessen
?
O
Felsen=Zucht
/
vnd
mit
harten
Stahl
gefüeterte
Kinder
Hertzen
!
ich
weiß
gar
wohl
/
das
bey
euch
das
Neue
klingt
/
das
Alte
DEr
Wienner
erloschne
Treu
wolte
einmahl
nicht
ohne
Frevel
alle
Bott
mässigkeit
weigern
vnter
dem
Kayser
Friderich
dem
Dritten
;
Ja
es
triebe
sie
der
vnbedacht
sambe
Eyffer
so
weit
/
daß
sie
den
Kayser
sambt
der
Kayserin
/
vnd
jungen
Printzen
Maximi
lian
in
der
Wiennerischen
Burg
also
betrangt
eingeschlossen
/
daß
so
gar
die
nothwendige
Victua
lien
für
dise
höchste
Persohnen
mangleten
/
vnd
solche
auff
kein
Weiß
von
den
meyneidigen
Vn
terthanen
zugelassen
worden
;
al
So
so
zwar
/
das
man
sagt
/
es
ha
be
einest
der
Printz
Maximilian
der
Kayserin
/
als
seiner
gnädig
sten
Frau
Mutter
kläglichst
Vortragen
/
wie
daß
er
deß
Ger
stens
essen
so
viel
Zeit
hero
schon
satt
vnd
verdriessig
seye
/
es
gelu
ste
ihn
also
einmahl
nach
ein
Rebhüenel
;
(
a
)
Deme
die
Kay
serin
mit
nassen
Augen
solle
ge
antwort
haben
/
Fili
utinam
pa
nis
nos
non
deficiat
!
mein
Kind
/
wolte
GOtt
/
es
thäte
vns
das
Brodt
nicht
manglen
.
Der
Wienner
/
die
vor
ein
Jahr
in
so
grosser
Anzahl
von
vns
das
Valete
genommen
/
vnd
ohngezweifflet
in
die
Zeitliche
Flammen
gestossen
worden
/
seynd
noch
viel
vnd
aber
viel
/
welche
D 4
mit
(a) Cuspin: in Caesar:
Wir
werden
angezündt
wie
der
Kalch
im
Ofen
;
wir
werden
zerschmettert
wie
das
Eisen
vn
ter
dem
Hammer
;
wir
werden
gezogen
/
wie
der
Flachs
durch
die
Hächel
;
wir
werden
geängsti
get
wie
die
Häring
in
der
Ton
nen;
nen
;
wir
werden
zerquetscht
wie
die
Trauben
vnter
der
Preß
;
wir
werden
zerknirscht
wie
das
Pfeffer=Kernl
in
dem
Mörser
/
wir
werden
zermartert
wie
die
Lumpen
in
dem
Stampff
;
wir
werden
zerschlagen
wie
das
Traydkörnl
vnter
dem
Trieschl
;
wir
werden
gebachen
wie
das
Brod
in
dem
Ofen
;
wir
werden
geleüttert
wie
das
Gold
in
den
Kolben
;
wir
werden
zerrieben
wie
die
Farb
vnter
dem
Reib=
Stein
;
wir
leyden
vnd
leyden
/
vnd
vnser
leyden
kan
gemindert
/
ja
kan
gewendt
werden
/
durch
das
Brod
der
Engl
/
durch
den
Kelch
deß
Priesters
in
der
Hei
ligen
Meß
/
durch
ein
andächti
ge
Communion
.
O
Filij
homi
num
usquequò
gravi
corde
!
D 5
O
Denckwürdig
ist
jener
Sprung
/
den
gethan
hat
der
Mörder
vnd
Böß=
(b) Libr. de animar. regres.
Jetzt
setz
dich
mein
Wienner
nider
/
wann
doch
deine
Knye
sich
nicht
biegen
wollen
/
(
welche
zuweil
haicklicher
seynd
als
ein
Biscotten=Täig
)
setz
dich
nider
/
vnd
formier
in
dein
stillen
Ge
dancken
ein
gleichförmigs
Argu
ment;
ment
;
hat
das
Blut
Christi
den
sündhafften
Mörder
so
geschwind
geführt
in
den
Himmel
/
wie
viel
ehender
wird
das
selbe
allerhöch
ste
Blut
/
in
ein
H
.
Meß=Opffer
helffen
den
armen
Seelen
auß
dem
Fegfeuer
/
vnd
dieselbige
be
fürdern
zu
der
ewigen
Cron
/
al
lermassen
sie
ohne
das
in
Stand
der
Gnaden
seyn
?
(
c
)
Zuverwundern
ist
/
was
Beda
(
d
)
schreibt
von
einer
grossen
Schlacht
vnd
Niderlag
/
in
de
ro
auch
gebliben
König
Elbori
nus
.
Vnter
andern
so
alldort
auff
dem
Platz
lagen
/
ware
auch
einer
/
der
ware
sehr
verwund
/
jedoch
durch
eignen
Fleiß
seine
Wunden
der
gestalten
verbun
den
/
daß
er
sich
mitten
vnter
den
Todten
(c) Bonherb. 439.
(d) Hist. Angl. c. 39.
(e) Serm. de Corp. Christ.
Jenes
Weib
in
dem
Evange (f) Moming. in Quadr.
lio
gedunckt
mich
schier
ein
hal
be
Sibilla
gewesen
seyn
/
da
sie
der
HErr
JEsus
also
angeredt
/
non
est
bonum
,
&c
.
Es
ist
nicht
gut
/
das
man
den
Kindern
das
Brodt
nehme
/
vnnd
werffe
es
für
die
Hund
;
Ja
HErr
/
ja
/
ja
/
die
Hündl
essen
auch
die
Brosamen
/
welche
von
ihres
HErn
Tisch
fallen
.
Wann
sie
die
arme
Seelen
hier
durch
verstan
den
den
hatte
/
wie
wohl
hätte
sie
ge
redt
?
dann
dise
in
der
Warheit
arme
Hündl
seynd
/
arme
Betl=
Hündl
/
wünschen
aber
nichts
mehrs
/
als
das
Brodt
von
vn
sers
HErrn
=
Taffel
/
nemblich
das
allerheiligste
Altar=Geheimbnuß
/
entweders
in
ein
H
.
Meß=Opffer
der
andächtigen
Communion
.
Die
Natur
spielt
in
vielen
Sachen
so
wunderbarlich
/
daß
wir
vns
offt
darein
nicht
können
finden
/
noch
weniger
ergrün
den
.
Vnder
andern
ist
dises
auch
nicht
das
geringste
;
Zu
wissen
(
da
ein
Mensch
in
ein
grossen
Teicht
oder
See
ertruncken
)
wo
dersel
be
lige
?
ist
nichts
rathsambers
/
als
daß
man
ein
Brod
ins
Was
ser
werffe
/
vnd
wohl
in
obacht
nehme
/
wohin
dasselbe
schwim̅e
/
vnd
Der
Prophet
Elias
hat
durch
ein
Wunderwerck
mit
ein
bissel
Mehl
/
so
man
zwischen
zweyen
Fin=
(g) Bonherb. fol: 493.
Demnach
kombt
her
ihr
Wien
ner
/
vnd
trett
in
die
Fußstapffen
deß
Propheten
Elisæi
;
diser
hat
mit
einem
Bissel
weissen
Mehls
alle
Bitterkeit
abgewendt
in
den
Kraut=Topff
/
cessavit
omnis
amaritudo
;
also
thut
auch
ihr
nicht
zwar
mit
ein
weissen
Mehl
/
sonder
was
auß
ein
weissen
Mehl
wird /
Es
solle
(
wie
die
Poëten
phantasiren
)
der
Prometheus
vom
Ehrgeitz
angefochten
/
auch
haben
den
höchsten
GOtt
wol
len
nacharthen
/
vnd
einem
Men
schen
wollen
auß
Erd
erschaf
fen
;
zu
disem
End
er
ein
zimbli
chen
Laimb=Klotzen
in
die
Händ
genom̅en
/
vnd
damit
der
Mensch
desto
waichhertziger
möge
seyn
/
hat
er
an
statt
deß
Wassers
lau
ter
Zäher
genommen
/
darmit
den
Laimb
angemacht
/
vnd
also
denselben
Leib
auff
solche
Weiß
zur
Vollkommenheit
gebracht
;
Gut
wäre
es
das
dises
Gedichts=
Promethei
Waichhertzigkeit
E
bey
Schaut
meine
Wienner
;
der
sterblichen
Wampen
/
dem
fueter=
girigen
Schmer=Bauch
/
disem
üppigen
Mertzen=Kalb
/
disem
verkleydten
Sautrog
/
dem
Leib
schlagt
man
nichts
ab
/
es
kost
was
es
woll
;
Alle
Elementen
müssen
spendieren
:
ober
der
Er
den
die
Vögl
/
auff
der
Erden
die
Thier
/
in
der
Erden
die
Wurtzel
müssen
disem
auß
Erd
gebabten
Dalcken
zu
Diensten
seyn
/
es
kost
was
es
wolle
;
Pfeffer
von
Ca
lecuth
,
Jmber
von
Failon
,
Na
gele
von
Moluka
,
Bisem
von
Bego
,
Zucker
auß
Candia
,
Am
bra
bra
auß
Presila
/
muß
er
schle
cken
vnd
schmecken
/
es
kost
was
es
wolle
;
eigne
Land=Speisen
seynd
nimmer
im
Brauch
;
der
Wein
in
Teutschen
Grund
ge
hört
für
ein
Bauren=Hochzeit
;
Fisch
auß
süssen
Flüssen
machen
ein
Grausen
:
bald
wird
man
fra
gen
ob
der
jenige
Fisch
noch
lebe
in
deme
der
Jonas
losiert
;
bald
wird
man
nach
Jndianischen
Bachsteltzen
auff
der
Post
schrei
ben
;
bald
wird
die
Schlecker
Sucht
also
wachsen
/
das
man
auß
Zeißl=Hirn
wird
Bafessen
bachen
;
bald
wird
man
die
Spän
sey
mit
Zucker
mesten
/
es
kost
was
es
woll
;
die
durch
Teutsche
Händ
gewürckte
Tücher
seynd
nur
für
die
Münichs=Kutten
/
taugen
nur
für
Roß=Decken
/
es
E 2
muß
Jn
Scithia
zeigt
sich
ein
vn
ermäßliche
tieffe
Grueben
/
wa
rinnen
ein
grosse
Anzahl
viel
kostbahrer
Edlgstein
ligt
/
vnd
weil
die
Jnnwohner
desselben
Lands
auff
keine
Weiß
sich
in
ge
dachten
Abgrund
zusteigen
traut
en
/
also
haben
sie
ein
guten
Fund=
Fund
ersonnen
/
ohne
grosse
Mühe
die
kostbahre
Kleinodien
herauß
zu
heben
.
Sie
nehmen
ein
Lambl
/
vnd
nach
dem
solches
in
den
be
sten
Safft
gebratten
/
werffen
sie
es
in
gedachte
entsetzliche
Tieffe
/
also
das
die
kostbahre
Stein
ringsherumb
anbicken
/
vnd
weil
nun
obberührte
Land
schafft
voll
mit
Adlern
welche
E 4
auff
Wer
will
es
widersprechen
/
daß
das
Fegfeuer
nicht
seye
eine
solche
grosse
/
tieffe
/
weite
/
fin
stere
/
peynliche
/
vnd
abscheuliche
Gruben
/
in
welcher
die
arme
Seelen
/
wie
die
kostbahre
Edl
gestein
ligen
/
die
der
Herr
JE
sus
mit
seinen
theuern
Blut
er
kaufft
;
keinen
aber
auß
vns
scheint
es
möglich
/
in
dise
Tieffe
zusteigen
/
vnd
solche
ohnschätz
liche
Edlgestein
herauß
zu
hollen
;
bleibt
demnach
das
eintzige
Mitl
/
ebner=
(a) Lib: 9. Conf:
Destwegen
ihr
meine
Wienner
/
(b) Ad Hebræos.
mit
disem
helfft
doch
vmb
Got
tes
tes
Willen
den
armen
Seelen
/
dann
durch
dise
Hilff
erfreuet
ihr
GOtt
Vatter
im
Himmel
:
helfft
vmb
Gottes
Willen
/
dann
durch
dise
Hilff
führt
ihr
dem
Sohn
GOttes
zu
ein
Lämbl
/
welches
er
mit
sein
Blut
gewa
schen
;
helfft
vmb
GOttes
Wil
len
/
dann
durch
dise
Hilff
bringt
ihr
dem
Heiligen
Geist
seine
vermählte
Braut
zu
dem
ewigen
Hochzeit=Mahl
:
helfft
vmb
der
Mutter
Gottes
Willen
/
dann
durch
dise
Hilff
erfüllt
ihr
das
mütterliche
Hertz
mit
einer
neuen
Süssigkeit
;
helfft
vmb
aller
Hei
ligen
Engel
Willen
/
dann
durch
dise
Hilff
verursacht
ihr
vnter
den
lieben
Engeln
ein
groß
Ju
bel
;
helfft
vmb
euer
Seelen
See
E 6
lig=
ligkeit
Willen
/
dann
es
fast
nicht
möglich
/
daß
jemand
könne
ver
lohren
werden
/
der
mit
seiner
Hilff
nur
ein
Seel
erlöset
:
aller
massen
sie
nachgehends
ohnauff
hörlich
für
ihren
Gutthäter
bit
tet
.
MEin
Wienn
/
ob
du
zwar
anjetzo
wider
Hönig
schle
ckest
mit
dem
Samson
/
so
kanst
du
es
nicht
laugnen
/
daß
nicht
auch
manche
Trangsal
dir
über
den
Halß
kommen
/
abson
derlich
Anno
1529
.
den
26
.
Septemb
:
Dises
Jahrs
ist
Soli
mannus
,
dises
Blutgirige
Chri
sten=Tiger
mit
dreymahl
hun
dert
dert
tausend
Mann
vor
die
Wienn=Statt
geruckt
/
selbige
mit
gesambter
Furi
auf
die
zwain
tzig
mahl
durch
grosse
Kriegs=
Stuck
beschossen
/
vnd
gefährliche
Minnen
dergestalten
vntergra
ben
/
daß
mans
schier
für
verloh
ren
gehalten
;
Jst
doch
endlich
durch
die
treubeständigste
Christ
liche
Soldaten
/
forderst
aber
durch
Göttliche
Beyhülff
abge
trieben
worden
/
vnd
hat
Soli
man
die
Belägerung
auffgehebt
den
15
.
October
;
die
vmblie
gende
Landschafft
aber
dermas
sen
durch
Feuer
vnd
Schwerdt
verhert
/
daß
man
auff
etliche
Meil
nicht
einen
fruchtbahren
Baum
/
wil
geschweigen
ein
gan
tzes
Hauß
angetroffen
:
alles
Elend
aber
hat
überwogen
diß
/
daß
er
E 7
nemb=
O
Wienn
!
du
hast
auff
ein
neues
sattsambe
Ursach
ein
Mit
leyden
zu
schöpffen
/
wann
du
noch
daran
denckest
/
was
Elend
dich
vor
ein
Jahr
überfallen
/
da
villeicht
auch
der
deinige̅
nicht
vil
weniger
gefange̅
/
vnd
in
de̅
finstern
Kercker
deß
Fegfeuers
verschlos
sen
worden
;
Empfindest
dann
nicht
in
Erwegung
dessen
einige
Wäich=
Sylvester
de
Petra
Sancta
vnter
andern
Wunder=Geschich
ten
der
Allmacht
GOttes
ver
zeichnet
auch
dises
/
das
in
Jta
lien
zu
Messana
ein
Jungfrau=
Kloster
seye
/
S
.
Mariæ
â
Scala
genant
/
alldort
werde
ein
kleines
Trü=
Scheint
demnach
Wahr
/
das
ein
Gebett
kan
eröffnen
/
was
verschlossen
.
Wer
ist
aber
mehr
verschlossen
als
die
arme
betrang
te
Seelen
in
dem
Fegfeuer
?
was
wolt
die
Keichen
seyn
/
in
dero
der
Siehe
mein
Wienner
/
wie
(c) Mach. lib. 2. c. 12.
dir
Gott
ein
guldenen
Schlüssel
angehenckt
/
mit
dem
du
so
leicht
dise
geängstigte
Geister
erlösen
kanst
!
sie
verlangen
nicht
von
dir
etwann
ein
drey
Jährige
Fa
sten
in
Wasser
vnd
Brodt
/
wie
gethan
hat
ein
büssende
Alexan
drinische
Thais
;
dann
es
ist
all
bekant
dein
blöder
Magen
/
wel
chen
der
Quatember
also
gfallt
/
wie
eine
kalte
Kuchel
der
Mu
cken
.
Sie
schreyen
zu
dir
nicht
/
daß
du
mit
Conrado
Pœniten
te
te
nacher
Jerusalem
oder
andere
H
.
Oerther
Wallfahrten
sollest
;
dann
man
weiß
schon
/
das
deine
haickliche
Füß
die
Blatter
scheu
hen
/
wie
der
Belsebub
den
Weyh
brunn
;
Sie
begehren
nicht
von
dir
das
du
wie
ein
Pachomius
,
oder
Paphnutius
sollest
dein
Leib
mit
Ketten
vnd
Disciplinen
martern
;
dann
es
ist
ohne
das
dein
haickliches
Fell
im
Geschrey
/
das
ihm
ein
Mucken=stillet
für
ein
Lantzen
vorkommet
;
sonder
sie
bitten
/
sie
schreyen
/
sie
su
chen
/
sie
verlangen
nur
ein
Ge
bett
/
ein
Miserere
,
ein
depro
fundis
de profundis
,
ein
Vatter
vnser
/
ein
Ave
Maria
,
&c
.
oder
wanns
gar
viel
ist
/
ein
H
.
Rosenkrantz
.
Der
reiche
Schlemmer
in
dem
Evangelio
/
nach
dem
er
vom
stäten
Aber
meine
Mitleydende
Wienner
/
jetzt
da
ihr
noch
auff
Erden
wandlet
/
da
ihr
noch
im
Stand
der
Verdiensten
lebet
/
könt
Nicht
gar
zu
fürwitzig
hat
jener
durchsucht
alle
Buchstaben
in
dem
Wörtl
Hoff
/
sprechend
der
er
ste
ste
als
nemblich
/
das
H
.
seye
eygentlich
kein
Buchstab
zu
be
nambsen
/
der
nur
ein
Aspira
tion
:
der
andere
benentlich
das
O
.
seye
gleichförmig
für
keinen
Buchstaben
zu
erkennen
/
sondern
ein
Nulla
;
bleibe
demnach
übrig
das
einige
F
.
vnd
diser
bedeute
Frötterey
:
als
wolt
er
sagen
/
zu
Hoff
seyen
ehender
Dörner
als
Körner
anzutreffen
;
Seye
deme
wie
ihm
wolle
/
nicht
anderst
hat
es
doch
erfahren
/
der
fromme
vnnd
vollkom̅ne
Prophet
Jere
mias
/
welcher
durch
falsches
An
geben
etlicher
Hoff=Juncker
für
ein
ohnwarhafften
Maulmacher
vnd
Zungen
Tröscher
gehalten
/
destwegen
mit
Gutheissung
deß
Königs
in
ein
tieffe
Gruben
ge
las=
lassen
worden
/
daß
er
elender
weiß
biß
an
den
Halß
in
Letten
vnd
Koth
steckte
:
es
wäre
der
gul
dene
Mann
vor
Hunger
gestor
ben
/
dafern
nicht
ein
Mohr
wäre
gewest
mit
Nahmen
Abdeme
lech
,
welcher
durch
weiseste
An
stalt
/
mit
Erlaubnuß
vnd
Bey
hülff
anderer
/
den
Jeremiam
mit
einem
Strick
herauß
gezogen
.
Leyder
wie
vil
werden
etwann
auß
den
jenigen
/
so
in
jüngst
verwichner
Pest=Zeit
das
Leben
gelassen
/
biß
an
den
Hals
elend
sitzen
vnd
schwitzen
in
der
tieffen
Gruben
deß
Fegfeuers
!
soll
dann
nicht
auch
ein
Mohr
anzutref
fen
seyn
/
der
sich
ihrer
erbar
met
?
Hat
man
doch
ein
gantzes
Jahr
her
fast
nichts
wahrge
nommen
/
als
schwartze
Trauer=
F
Klei=
Kleider
;
so
gehet
dann
hin
ihr
Befreundte
vnd
Erben
/
die
ihr
die
Schwärtze
/
wo
nicht
im
Ge
sicht
/
wenigst
in
Kleidern
tra
get
/
gehet
hin
/
lasset
gleichmäs
sig
hinunder
in
dise
tieffe
Gruben
ein
Strick
/
verstehe
ein
H
.
Ro
sen=Krantz
/
ein
H
.
Psalter
/
vnd
zieht
also
dise
arme
betrangte
Tropffen
herauß
;
Von
dem
weltkündigen
Mah
ler
Zeuxe
wird
geschrieben
/
wie
das
selbiger
ein
gantzes
Hauß
voll
der
Kunstreichesten
Gemähl
vnd
Bilder
gehabt
habe
/
vnd
wuste
niemands
vnderscheyden
/
welches
das
andere
in
Kunst
vnd
Werth
übersteige
?
Vornehme
Stands=Persohnen
auch
in
klu
gister
Ansprach
könten
nicht
auß
dem
Zeuxe
erzwingen
/
welches
Bild
Was
dise
durch
ein
Gedicht
vorbracht
/
das
seye
euch
Wien
ner
in
der
Warheit
gesagt
von
dem
Fegfeuer
;
Dort
brennt
es
über
vnd
über
/
allenthalben
Flammen
/
Feuer
vnd
Funcken
/
Feuer
oben
/
Feuer
vnten
/
Feuer
einwendig
/
Feuer
außwendig
/
Feuer
vmb
vnd
vmb
/
vnd
alldort
seynd
so
viel
schönste
ausserleßni
ste
Bilder
/
Ebenbilder
GOttes
/
Con=
(a) Faciamus hominem ad Imagi
nem & similitudinem nostram. Gen.
Auß
dem
jrrdischen
Paradeyß
quellen
annoch
vier
Flüß
/
der
er
ste
ste
heist
Phison
,
der
ander
Gi
hon
,
der
dritte
Tigris
,
der
vierdte
Euphrates
:
Der
dritte
Fluß
hat
dessenthalben
den
Namen
Ti
gris
erhalten
/
weil
er
ein
so
schnellen
Lauff
führet
;
vnd
diser
schnelle
Fluß
fallt
mit
vnglaub
licher
Begier
in
das
Todte=
Meer
/
qui
cum
maximo
im
petu
,
ut
dicitur
,
fluit
in
Ma
re
mortuum
;
Spricht
der
H
.
Richardus
lib
.
de
B
.
V
.
l
.
9
.
Di
sem
Wasser
mein
Wienn
folge
nach
/
vnd
schicke
ohnverweilter
/
schiebe
es
doch
vmb
GOttes
wil
len
nicht
ein
Stund
auff
/
son
der
geschwind
vnd
schnell
dein
eyffriges
Gebett
in
das
Todte=
Meer
/
verstehe
/
jenes
feurige
Meer
/
in
welchen
die
arme
Tod
te
vnd
Verstorbne
Christglaubi
F 4
ge
ge
zwar
Zeitlich
jedoch
ohner
mäßlich
gequält
werden
.
Das
vor
disem
ein
Eßlin
geredt
/
be
zeigt
die
H
.
Schrifft
;
wann
an
heut
auch
ein
Schwein
solt
re
den
/
so
wurde
ihr
Discurs
nicht
gar
säuisch
seyn
/
sonder
vielleicht
dich
mit
ihrem
schnotzenden
Ries
sel
anschnarchen
/
vnd
dir
deß
Nechsten
Elend
zu
Gemüth
füh
ren
;
Dann
so
bald
ein
Schwein
in
einer
Noth
stecket
/
schreyet
vnd
kürret
/
so
werden
vnverzüg
lich
andere
Schwein
zulauffen
vnd
kirren
/
vnd
ihrer
Gespannin
helffen
;
tragt
nun
ein
vernunfft
loses
Thier
gegen
dem
anderen
ein
Mitleyden
in
der
Noth
/
wie
viel
mehr
soll
dir
das
Gemüth
erweichen
die
klägliche
Stimm
der
armen
nothleydenten
Gei
stern?
stern
?
Miseremini
mei
!
wie
viel
mehr
verpflicht
dich
dein
eygne
Natur
/
den
armen
Seelen
zu
helffen
mit
einen
andächtigen
Seufftzer
/
oder
inbrünstigen
Ge
bett
.
Meine
Wienner
!
wann
euch
euere
Kinder
oder
Männer
mit
Todt
abgangen
/
da
weinet
ihr
/
das
euch
der
Kopff
möcht
zer
lechsen
:
da
ist
euer
Gesicht
wie
ein
tropffender
Distiller=Kolben
;
da
färben
sich
euere
Augen
/
wie
die
gesottene
Krepsen
/
wie
wol
len
auch
zu
weilen
faule
Fisch
darunter
;
da
seynd
euch
die
Wangen
allzeit
naß
/
als
kommen
sie
erst
auß
der
Schwem
;
Al
so
hat
geweint
jene
Wittib
zu
Naim
;
also
gehet
euch
zu
Her
tzen
der
Todtfall
euerer
Liebsten
/
F 5
aber
Dise
Tröpffin
solt
von
rechts
wegen
dem
Todt
abbitten
/
daß
sie
ihm
ein
so
schimpfflichen
Na
men
vnd
häßliche̅
Titel
anhengt
/
dann
er
wol
nicht
grob
/
sonder
für
ein
Gutthäter
zuhalten
ist
:
Tantis
malis
hæc
vita
reple
ta
est
,
ut
comparatione
illius
mors
remedium
esse
putetur
,
non
pœna
.
(
b
)
Es
ist
das
menschliche
Leben
mit
so
häuffi
gen
Ubel
vnd
Beschwärnüssen
angefüllt
/
daß
der
Todt
als
ein
Schluß
derselben
Trangsallen
F 6
vil
(b) Ambr. 1. c. 7. Job.
Der
H
.
Lietbertus
ware
ein
absonderlicher
Liebhaber
der
ar
men
Seelen
/
vnd
hat
der
from
me
Mann
dise
löbliche
Gewon
heit
an
sich
/
daß
/
so
offt
er
über
den
Gotts=Acker
gangen
/
allzeit
den
Verstorbenen
Christglaubi
gen
dise
kurtze
Wort
geschenckt
/
Requiem
æternam
dona
eis
Domine
.
GOtt
gebe
ihnen
die
Ewige
Ruhe
;
Damit
aber
Allerliebste
Wienner
!
wann
ihr
dann
gantze
Nächt
für
die
arme
Seelen
nicht
wollet
betten
/
wie
gethan
hat
der
H
.
Nicolaus
von
Tolentino
;
wann
ihr
vil
Stund
nicht
wolt
in
Gebett
ver
harren
für
die
arme
Verstorbne
Christglaubige
/
wie
gethan
die
H
.
Theresia
;
wann
ihr
nicht
all
euere
gute
Werck
wolt
schencken
den
armen
Verlassenen
im
Feg
feuer /
feuer
/
wie
gethan
hat
der
gott
seelige
Ximenius
,
so
werdet
ihr
ja
hoffentlich
dergleichen
kurtze
Gebettlein
/
vnnd
wenige
An
dacht
nicht
wäigern
/
sonst
kombt
ihr
in
den
Argwohn
/
als
wäre
euer
Hertz
den
Tyrannen
ver
wandt
.
MEin
Wienn
/
weil
dir
ohne
das
die
Zähn
allzeit
nach
etwas
Neues
wässern
/
siehe
/
höre
/
verwundere
vnnd
lise
was
seltzambes
;
Es
ist
ein
seelige
vnd
heilige
Junfrau
Jungfrau
ge
west
/
mit
Namen
Christina
Mirabilis
,
die
wunderseltzame
Christina
:
welcher
Nahm
ihr
ge
schöpfft
schöpfft
ist
worden
/
wegen
fol
gender
Ursachen
;
Als
dise
heili
ge
Junfrau
Jungfrau
eines
seeligen
Todts
verschieden
/
hat
dero
Seel
Gott
der
Herr
gleich
gezeigt
die
er
schröckliche
Peyn
deß
Fegfeuers
/
vnd
die
vnbeschreibliche
Qualen
derselben
armen
Geistern
;
ihr
beynebens
die
Wahl
gelassen
/
ob
sie
wolle
von
nun
an
/
mit
ihme
die
ewige
Freud
vnd
Glori
geniessen
;
oder
ob
sie
wider
zum
Leben
kehren
/
vnd
etwas
für
die
arme
Seelen
deß
Fegfeuers
ley
den
wolle
?
worauff
dise
liebhaffte
Jungfrau
ein
solches
Mitley
den
getragen
zu
den
armen
See
len
/
daß
sie
den
Himmel
hat
las
sen
Himmel
seyn
/
vnd
freymütig
widerumb
zum
zeitlichen
Leben
geeilt
/
auch
ihr
nachmahls
sol
che
che
ohnnatürliche
Marter
ange
than
/
daß
sie
den
Namen
bey
der
der
gantzen
Welt
erhalten
hat
/
Christina
Mirabilis
,
die
wun
der=seltzambe
Christina
.
O
mein
GOtt
!
was
hat
nicht
dise
seelige
Christina
außgestan
den
/
der
armen
Seelen
in
Feg
feuer
halber
?
Tag
vnnd
Nacht
flossen
ihr
die
Trännen
auß
den
Auge̅
wie
ein
Quellader
;
dreyssig
vnd
viertzig
Tag
offt
aneinander
vollzoge
sie
ein
so
strenge
Fasten
/
daß
ihr
auch
Wasser
vnd
Brodt
ein
Vberfluß
gedunckt
;
es
ware
gantz
gemein
bey
ihr
in
feurige
Offen
zuschlieffen
/
sich
mitten
in
die
Flammen
vnd
Kohlen
zu
le
gen
/
vnd
ob
sie
zwar
von
densel
ben
durch
beharrliches
Wunder
werck
nie
verzehrt
worden
/
hat
sie
So
vil
außstehen
für
die
arme
Seelen
im
Fegfeuer
ist
freylich
wohl
wunderseltzamb
;
getraue
sich
nur
keiner
nicht
ein
Quintel
dises
Leydens
auch
der
gering
sten
Dienst=Magd
zu
Wienn
an
erbietten
/
dann
bey
dieser
Zeit
last
(c) Serm. de Verb. Apost.
Wie
der
Herr
JEsus
in
Ge
genwart
seiner
Apostel
gen
Him
mel
gefahren
/
bezeigt
das
Hei
lige
Evangelium
;
elevatis
ma
nibus
habe
er
seine
Händ
auß
gestreckt
/
auffgehebt
/
vnd
also
seine
offene
durchlöcherte
Händ
gezeigt
/
biß
er
von
der
Wolcken
auffgenommen
worden
;
allen
zu
zeigen
/
das
man
nicht
anderst
den
Himmel
erreiche
/
als
mit
durchlöcherten
/
das
ist
mit
frey
gebigen
Händen
/
wo
alles
durch
fallt /
fallt
/
zu
Nutzen
der
Armen
.
Jst
demnach
das
Allmossen
ein
Elia
nischer
Triumph=Wagen
/
der
den
Menschen
in
das
ewige
Pa
radeyß
überführt
.
Die
Oesterreicher
führen
in
ihrem
uhralten
schönen
Land=
Schildt
5
.
Lerchen
:
wäre
zu
wün
schen
/
daß
sie
(
forderst
die
Wien
ner
)
ein
Lerchen=Art
an
sich
zie
heten
;
dann
die
Lerchen
lieben
absonderlich
den
Acker
/
vnd
der
wil
Lerchen
sehen
/
Lerchen
hö
ren
/
Lerchen
fangen
/
der
begib
sich
auff
den
Acker
.
Der
Acker
ist
der
Lerchen
Quartier
;
Der
Acker
ist
der
Lerchen
Proviant=
Hauß
;
Der
Acker
ist
der
Lerchen
Musicalischer
Chor
;
Von
Her
tzen
wäre
zu
wünschen
/
daß
die
Wienner
/
wie
die
Lerchen
mach
ten /
ten
/
den
Acker
liebten
/
den
Acker
besuchten
/
verstehe
den
Gotts
Acker
;
Alldorten
der
Verstor
bnen
Christglaubigen
ingedenck
wären
/
ihnen
müglichsten
Trost
ertheilten
/
welches
da
geschihet
durch
ein
H
.
Allmossen
/
so
man
den
armen
Betler
darreichet
/
vnd
solche
Verdiensten
dem
Fegfeuer
übersendet
.
Viel
beunruhet
gar
offt
ein
Gottseeliger
Vorwitz
/
zu
besu
chen
die
Heilige
Altär
/
allwo
der
HErr
JEsus
gebohren
/
gelebt
/
gelitten
/
vnd
gestorben
/
damit
sie
denselben
müglichste
Ehr
möch
ten
erweisen
:
absonderlich
seynd
eine
/
so
da
höchstes
Verlangen
tragen
zu
sehen
das
Krippel
/
in
welchen
das
Göttliche
Kind
/
das
G
ein=
Begebet
euch
hinauß
zum
Kär
ner=Thor
/
zum
Stuben=Thor
/
zum
Burg=Thor
/
zum
Schotten=
Thor
allhier
/
rc.
Dort
werdet
ihr
gleich
antreffen
ein
armen
Betler
der
mit
anderthalben
Füs
sen
euch
nachhupffet
/
vnd
vmb
GOttes
willen
ein
Pfenning
begehrt
;
dort
werdet
ihr
gleich
sehen
einen
Tropffen
/
welcher
ein
Armb
hat
/
vnd
doch
aller
seits
arm
ist
/
vnd
zeigt
fein
mit
gestimmelten
Armb
/
was
ihm
das
Hat
sich
dann
nicht
der
HErr
JEsus
selbst
bekleydt
mit
einem
Fleck
/
welchen
Martinus
auß
Barmhertzigkeit
von
dem
Mantl
getrennt
?
So
verehrt
dann
mei
ne
fromme
Wienner
solche
arme
Krippl
mit
einen
H
.
Allmosen
zu
Nu=
Also
hat
Benedictus
Octa
vus
der
Römische
Bapst
nach
seinen
Todt
von
seinen
Nachfol
ger
Joanne
inniglich
gebetten
/
er
wolle
doch
ein
gewisse
Summa
Gelts
den
Armen
außtheilen
/
da
mit
er
dardurch
auß
dem
Feg
feuer
erlöst
wurde
.
Hier
rupfft
vnd
zupfft
mich
ein
Zartling
/
vnd
entschuldigt
sich
gar
höfflich
/
wie
daß
er
nicht
könne
wegen
Vnbäßlich
keit
deß
Leibs
vnd
Schwach
heit
deß
Magens
fasten
/
noch
G 3
mit
Was
ist
ein
Ablaß
?
antwor
te
/
est
remissio
pœnæ
tem
poralis
DEO
debitæ
,
quæ
fit
extra
Sacramentum
,
per
applicationem
satisfactionis
Christi
&
Sanctorum
.
(
a
)
Es
ist
ein
Nachlaß
der
zeitlichen
Straffen
:
Dann
zuwüssen
das
GOttes
Sohn
mit
dem
gering
sten
Werck
hätte
können
tau
send
/
ja
vnendlich
Welt
erlösen
/
in
deme
alle
seine
Werck
vnnd
Würckung
eines
vnendlichen
Werth
seyn
:
hätte
also
mit
einen
eini=
(a) Laym. Tr. de Ind.
Mercke
es
fein
wohl
/
wann
du
auß
vnartiger
Menschlicher
Schwachheit
/
oder
auß
muth
williger
Boßheit
in
ein
Todt=
Sünd
fallest
/
so
hast
du
schon
das
Schwerdt
vnd
die
Schwäre
der
ewigen
Verdamnuß
auff
dich
geladen
:
Wann
du
aber
durch
ein
bußfertige
Beicht
deine
Mis
sethat
bereuest
/
alsdann
werden
die
Band
zertrennt
/
mit
den
du
an
Es
seynd
Joannes
vnd
Pau
lus
;
Paulus
beichtet
mit
gebüh
render
Reu
seine
Todt=Sün
den
vollkommentlich
/
bereichet
sich
weiter
mit
kein
Ablaß
/
son
dern
stirbt
gleich
nach
gethaner
Beicht
;
diser
wird
von
der
Gött
lichen
Justiz
übergeben
dem
Feg
feuer
/
allwo
er
solche
Quallen
zu
leyden
hat
/
daß
gegen
densel
ben
die
Peyn
aller
Martyrer
ein
sanfftes
Rosen=Bethel
zu
tauffen
seünd
;
Joannes
beichtet
gestal
ter
massen
eben
seine
Todt=Sün
den
/
versieht
sich
aber
nach
ab
gelegter
Beicht
mit
ein
vollkom
menen
Ablaß
/
vnd
stirbt
vrblitz
lich
darauff
:
Diser
entgeht
nicht
allein
Jst
dannenhero
der
H
.
Ablaß
ein
guldener
Schatz
/
welcher
be
stehet
in
den
Verdiensten
deß
Bluts
Christi
;
in
den
Ver
diensten
vnd
Gemeinschafft
der
Heiligen
:
Diser
ist
besser
als
der
Schwemb=Teich
zu
Jerusa
lem
/
weil
diser
nur
den
Leib
/
jener
aber
die
Seel
heilet
vnnd
heiliget
.
Diser
ist
besser
als
die
Esther
/
dann
solche
nur
die
He
bræer
auff
freyen
Fuß
gestellt
/
diser
aber
frey
vnd
freudig
macht
die
Seelen
deß
Fegfeuers
.
Diser
ist
besser
als
der
Engel
Raphaël
,
dann
solcher
nur
dem
Tobiæ
das
das
Also
bezeugt
es
die
Cronick
deß
Seraphische̅
Ordens
S
.
Francisci
mit
folgender
Geschicht
An
.
1308
.
ist
ein
Edelmann
gereist
sambt
einen
armen
Bauern
nach
der
Kirchen
Portiuncula
,
zu
Neapl
aber
ist
der
Bauer
(
den
ohne
das
die
häuffige
Arbeit
abgemattet
)
zimblich
erkrancket
/
also
daß
er
von
der
vorgenommenen
Kirch
fahrt
abzustehen
völlig
gedacht
wäre
;
solchen
aber
hat
der
gute
Edelmann
mit
so
beweglichen
Ersuchungen
überredt
/
daß
er
ferners
mit
ihm
gereist
:
den
hat
der
Herr
aber
mit
allen
nothwen
digen
Unkosten
versehen
/
ja
sein
eignes
Wohlan
nun
mitleydender
Wienner
/
sollen
dir
dann
die
Oh
ren
ren
nicht
klingen
/
in
deme
in
jener
Welt
/
die
betrangten
See
len
stäts
von
dir
/
ja
/
zu
dir
re
den
/
vnd
mit
blutigen
Thränen
dich
vmb
die
H
.
Indulgenzen
ersuchen
.
Seye
demnach
wie
jener
Engel
/
welcher
den
H
.
Pe
trus
auß
der
Gefängnuß
geführt
;
seye
wie
jener
Engel
/
welcher
der
trostlossen
Agar
in
der
Wü
sten
beygesprungen
;
seye
wie
je
ner
Engel
/
welcher
die
Flammen
deß
Babilonischen
Ofen
ge
dämpffet
hat
.
Lösch
Wienn
jene
empor
steigende
Flammen
;
Lösch
Wienn
jene
brinnen
de
Funcken
;
Lösch
Wienn
jenen
angefeuerten
Ofen
/
in
wel
chen
die
arme
Seelen
gepeyni
get
werden
/
mit
dem
H
.
Ablaß
/
per
Wie
die
Apostel
in
ein
Schif
fel
nächtlicher
Weil
von
der
Un
gestümme
deß
Meers
in
die
grö
ste
Noth
gerathen
/
ist
ihnen
der
Herr
JEsus
am
Ufer
erschienen
/
vnd
stellte
sich
als
wolte
er
vor
bey
gehen
;
als
die
Apostel
sol
ches
wahr
genom̅en
/
Putabant
esse
phantasma
,
glaubten
sie
gäntzlich
es
seye
ein
Gspenst
/
kun
ten
es
ihnen
nicht
einbilden
/
daß
ein
Mensch
seye
;
auß
Ur
sachen
/
weilen
er
ihnen
nicht
bey
gesprungen
in
ihrer
grossen
Noth
;
dann
es
scheint
vnmenschlich
/
einen
in
äusserster
Noth
die
hülff
liche
Hand
wäigern
.
Hast
du
solches
vernommen
mein
Wien
ner /
ner
/
so
zeig
dich
ein
Menschen
/
ein
Gutthäter
/
ein
Hülff=Laister
/
ein
Tröster
/
ein
Nothhelffer
/
ein
Röther
/
ein
Vorsprecher
/
ein
Erlöser
diser
armen
Gefangenen
durch
den
H
.
Ablaß
.
DJe
DIe
Statt
Wienn
pran
get
absonderlich
mit
schö
nen
Tempel
/
vnd
Gotts=
Häusern
/
deren
sehr
viel
dem
Na
men
der
Mutter
GOttes
ge
widmet
seyn
:
vnter
andern
ist
ein
vhralte
Kirch
zu
Wienn
/
Passauerischer
Diecœss
/
welche
den
Namen
führt
Maria
Stie
gen;
gen
;
die
arme
Seelen
in
dem
Fegfeuer
bekennen
sammentlich
/
daß
sie
vnter
dise
Pfarr
gehören
/
dann
in
aller
Warheit
die
über
gebenedeyte
Mutter
Gottes
ih
nen
ein
Stiegen
abgibt
/
worauff
sie
trostreich
gen
Him̅el
steigen
.
Deßgleichen
ist
ein
Kirchen
zu
Rom
/
welche
da
stehet
vnter
dem
Schutz
vnd
Schatz
der
Mutter
GOttes
/
vnd
wird
solcher
Tem
pel
ins
gemein
genennt
Scala
cœli
,
vnser
Frau
Himmels=Stie
gen
.
Der
Ursprung
dises
Namens
ist
diser
:
Der
H
.
Bernardus
hatte
vn
weit
von
seinem
Kloster
ein
ab
sonderliche
Andacht
zu
einer
Kir
chen
in
dero
ein
Uhraltes
Maria=
Bild
stunde
/
welches
aber
durch
saumseelige
Verehrung
ohne
Ti
tul
tul
vnd
Namen
ware
;
bey
disen
alten
Genaden=Bild
hat
er
einest
ein
Meß
gelesen
vor
ei
nen
Verstorbenen
gar
getreuen
Freund
;
nach
vollendten
Meß=
Opffer
/
sicht
er
durch
Göttliche
Offenbahrung
ein
Laitter
oder
Stiegen
von
dem
Fegfeuer
biß
gen
Himmel
/
vnd
nimbt
beyne
bens
wahr
/
wie
das
auff
diser
Stiegen
die
Seel
seines
besten
Freunds
hinauff
steige
in
die
all
sättliche
Glory
/
schlägt
hernach
vor
lauter
Freuden
die
Händ
zu
sammen
/
vnd
nennt
das
selbige
Maria=Bild
/
vor
deme
er
an
dächtigist
celebriert
Scala
Cœ
li
,
Unser
Frau
Himmels=Stie
gen
;
schribe
gäntzlich
der
Mutter
der
Barmhertzigkeit
zu
/
das
durch
vielwürckende
Vorbitt
derosel
ben
ben
sein
guter
Freund
die
See
ligkeit
erhalten
.
(
b
)
Ja
es
ist
ein
gottseelige
Mey
nung
(
schreibt
der
gelehrte
Ger
son
)
daß
gleich
wie
der
Herr
JEsus
nach
seinen
Todt
in
die
Vorhöll
gestiegen
/
von
dannen
die
betrangte
Alt=Vätter
erle
diget
/
also
seye
gleichförmig
die
Mutter
GOttes
nach
ihren
see
ligsten
Hinscheyden
den
geraden
Weeg
in
das
Fegfeuer
hinunder
/
vnd
alle
daselbst
gefangene
Christ
glaubige
mit
sich
in
ihrer
glor
reichen
Himmelfahrt
auffgenom
men
;
Der
H
.
Petrus
Damianus
bestättiget
es
glaubwürdig
/
daß
wie
zu
Rom
/
am
Hoch=Fest
Ma
ria
Himmelfahrt
männiglich
in
der
(b) Octavius Panzius.
Jch
bin
verwichen
zu
der
Wien̅=
(c) Manni 165. in suo Trig.
Allen
meinen
Geduncken
nach
hab
ich
dergleichen
weklagende
Stimm
gehört
auß
der
Gruben
vnd
Krufften
vmb
die
Wienn=
Statt
/
vnd
scheinten
fast
Stim
H
men
men
zu
seyn
/
wie
zu
Zeiten
des
ermordten
Abels
,
mit
disen
ei
nigen
Vnderscheyd
/
das
der
Abel
auß
der
Erden
Rach
/
die
die
Wien̅er
aber
Ach
!
geschryen
/
vnd
sich
wegen
der
übermässigen
Hitz
beklagt
/
welche
sie
alldor
ten
leyden
in
dem
Fegfeuer
.
Ge
tröst
ihr
Wienner
!
gedachte
ich
/
es
wird
sich
schon
etwas
finden
/
so
euer
Hitz
lindern
vnd
mindern
thut
.
Avicenna
sambt
andern
Natur=Kündigern
bezeugt
/
das
bald
nichts
besser
kühle
als
die
Rosen
.
Ein
Rosen
nun
ist
die
übergebenedeyte
Mutter
GOt
tes
Maria
;
dann
also
wird
sie
benambset
in
der
Lauretanischen
Lob=Verfassung
/
Rosa
Mystica
:
ora
pro
nobis
.
Du
Geist
liche
liche
Rosen
/
Bitt
für
vns
.
Dise
/
dise
Marianische
Rosen
wird
euch
die
gröste
Hitz
wenden
/
zumahlen
aller
Seelen
Tag
heyer
an
einen
Sambstag
fallet
/
wel
cher
ohne
das
gewidmet
ist
der
Mutter
GOttes
.
Es
hat
dise
Himmels
Königin
selbst
der
H
.
Brigittæ
geoffenbahret
/
Nulla
pœna
est
in
Purgatorio
,
quæ
per
me
non
erit
remissior
,
&
levior
ad
ferendum
.
Es
ist
kein
einige
Peyn
deß
Fegfeuers
/
welche
durch
mich
nit
geringert
wird
.
(
a
)
Wie
der
H
.
Clemens
der
Si
bende
Römische
Papst
/
damahls
noch
ein
Ordens=Mann
/
an
al
ler
Christglaubigen
Seelen=Tag
das
Hoch=Ambt
gehalten
in
der
H 2
Kir=
(a) Lib. 6. Revel. c. 10.
Man
weiß
gar
wohl
/
daß
ein
Weib
die
betrangte
Statt
Be
thulien
erlediget
hat
von
einer
grossen
Trangsal
:
man
weiß
gar
wohl
/
das
ein
Weib
David
er
rett
hat
von
der
Todts=Gefahr
:
man
weiß
gar
wohl
/
das
ein
Weib
ersättiget
hat
den
hungeri
gen
Eliam
:
man
weiß
gar
wohl
/
das
ein
Weib
die
Außspeher
deß
Kriegs=Fürsten
Josua
beym
Le
ben
erhalten
hat
:
man
weiß
gar
wohl
/
das
ein
Weib
den
Unter
gang
der
Hebræer
verhütt
hat
;
man
weiß
gar
wohl
/
das
ein
Weib
dem
Jacob
die
Vätterliche
Be
nediction
procuriert
hat
:
man
weiß
gar
wohl
/
das
ein
Weib
nicht
allein
den
Eliezer
/
sondern
auch
seinen
Camelen
das
Wasser
anerbotten
hat
:
man
weiß
gar
wohl /
Thomas
Cantipratanus
erzehlt
/
das
ein
Hertzogin
in
Brabant
an
einer
gefährlichen
Kranckheit
ligerhafft
worden
/
H 4
wessent=
Allerliebste
Wienner
/
O
wie
hertztrinnig
schreyen
euere
vor
ei
nem
Jahr
verstorbene
Bekandte
/
H 5
begeh=
(b) In Vita S. Ludgard.
MEin
Wienn
/
ich
zeig
dir
ein
Brunn
/
auß
dem
ein
jeder
gern
schöpfft
;
ich
zeig
dir
eine
Brunst
/
bey
der
sich
ein
jeder
gern
wärmet
;
ich
zeig
dir
ein
Lämpel
/
dem
ein
jeder
gern
die
Woll
abnimbt
;
ich
zeig
dir
ein
Lampen
/
mit
der
ihm
ein
jeder
gern
leuchtet
;
ich
zeig
dir
ein
Thür
/
zu
der
ein
jedweder
gern
Wisse
Wienn
/
daß
kein
Ding
grössers
Interesse
außbriette
/
als
die
hülffreiche
Andacht
zu
den
ar
men
Seelen
im
Fegfeuer
;
Dann
weil
der
gratiæ
eigentlicher
Echo
ist
das
Deo
gratias
,
wei
le̅
auff
den
Schencker
rechtmäs
sig
der
Dencker
folgen
muß
;
weilen
der
Gutthat
leibliche
Tochter
ist
die
Danckbarkeit
/
also
findt
man
solche
Danckbar
keit
bey
niemand
besser
als
bey
den
armen
Seelen
im
Fegfeuer
;
Wann
du
bey
fruchtbarer
Herbst=Zeit
dein
häuffigen
Ge
schäfften
ein
Feyer=Abend
ansa
gest
/
vnd
dich
in
etwas
zuerge
hen
auff
das
Feld
hinauß
begibst
/
so
Wie
der
Herr
JEsus
von
Tod
ten
glorreich
aufferstanden
/
ist
er
gleich
der
büssenden
Magdalena
erschienen
in
Gestalt
eines
Gart
ners
/
vnd
ihr
vor
allen
Aposteln
seine
Freud=
vnd
Friden=volle
Ur
ständ
angedeüt
;
welches
dann
nicht
ein
geringer
Favor
von
Himmel
/
vnd
ist
solches
von
den
vornembsten
Puncten
deß
Weib
lichen
Geschlechts
/
(
c
)
daß
es
diß
falls
dem
gantzen
Apostolischen
Collegio
ist
vorgezogen
worden
;
Gar
(c) Marci 16. cap.
(d) Joan. Echius hom. in die anim.
Jhr
Wienner
haltet
so
viel
(e) Tob. 12. August. in Glos.
auff
die
offentliche
Glückshaffen
/
welche
auff
euern
Plätzen
mit
grossen
Gepräng
werden
auffge
richt;
richt
;
worinnen
offt
solche
schö
ne
glantzende
guldene
Keder
vor
gestellt
werden
/
daß
fast
einen
jeden
anzubeissen
die
Zähn
wäs
sern
;
aber
es
mißhellet
manchen
/
vnd
opffert
offt
einer
viel
Geld
/
deme
man
es
mit
lähren
Zettel
quittiren
thut
;
Ja
ein
solcher
nicht
selten
mit
eignen
Geld
ihme
Schad
vnnd
Schand
krambt
!
Weit
ein
besserer
Glücks=Haffen
ist
die
Andacht
vor
die
Abgestor
bene
Christglaubige
/
vnnd
hat
sich
noch
niemand
gefunden
/
der
nicht
lauter
Glück
hätte
herauß
gehebt
.
Wie
wunderlich
ist
fol
gende
Geschicht
/
welche
billi
cher
massen
ein
jeden
solle
zur
Andacht
vor
die
arme
Seelen
im
Fegfeuer
ansporren
/
vnnd
scheint
daß
dise
betrangte
Geister
durch
Es
ware
ein
Jüngling
der
in
seiner
ohne
das
schlipffriger
Ju
gend
mit
allen
Lastern
behafft
ware
/
vnd
nichts
anderst
zeigte
/
als
daß
ihme
die
verzuckerte
Sautrebern
diser
Welt
vor
das
beste
Confect
schmeckte̅
:
er
nasch
te
mit
grossen
Lust
vnd
Gust
das
süsse
Welt=Gifft
/
er
bisse
mit
solchen
Appetit
in
den
betro
genen
Welt=Apffel
/
daß
er
ihm
gar
nicht
traumen
ließ
/
als
wur
den
hiervon
ihme
einmahl
die
Zähn
ewig
kläppern
/
vnd
glaub
te
nicht
/
daß
einen
die
Mauß
fallen
der
Welt
den
Speck
so
theuer
raitten
solle
;
O
vnglück
selige
Jugend
!
Wie
zaumloß
ey
lest
lest
du
zum
Verderben
!
was
phantasirest
dann
/
daß
du
schon
wölst
Buß
üben
in
alten
Jah
ren
?
auff
solche
Weiß
thust
du
dem
Teuffel
das
Fleisch
vorlegen
/
vnd
GOtt
dem
Herrn
die
Bei
ner
;
heist
das
nicht
/
den
besten
Safft
der
Welt
zu
bringen
/
vnd
das
trübe
Boden=Geläger
Gott
lassen
?
Pfuy
Wienner
/
wo
ist
dein
bekandte
Höffligkeit
?
Und
wie
bauest
dein
ewiges
Heyl
auff
einen
so
grundlosen
Sand=Hauf
fen
?
Weist
dann
nicht
/
daß
auch
der
Todt
vnzeitige
Aepffel
schitle
/
vnd
die
Fleischhacker
bald
so
viel
Kälber
als
Küh
mit
dem
Mes
ser
vmb
die
Gurgel
kützlen
?
O
wann
du
nur
einmahl
die
rechte
Brüllen
wurdest
auffsetzen
/
vnd
sehen
/
wie
Wurmstichig
die
Banck
(a) Manni in Sac. Trig.
Der
ist
mehr
halb
herunter
gefallen
als
gestigen
auß
lauter
Forcht
/
vnd
ist
wenig
abgangen
/
daß
er
nicht
gar
vor
Zittern
ver
gangen;
gangen
;
der
Todte
aber
springt
auff
das
Pferd
/
vnnd
reuth
Sporrn=Streich
in
den
Wald
/
stehet
aber
nicht
lang
an
/
so
erschalte
ein
schreckliches
Knal
len
der
Mußqueten
vnd
Bichsen
/
wodurch
schon
die
Feind
ver
meinten
/
den
Jüngling
getödtet
zu
haben
;
dessenthalben
sich
ey
lenst
in
die
Flucht
begeben
;
der
Todte
aber
kehrte
mit
dem
Pferd
zuruck
/
redet
den
Jüngling
also
an
:
Hast
du
vernommen
das
grosse
Schüssen
?
di
ses
ist
dir
vermeint
gewest
/
vnd
haben
es
gethan
dei
ne
nachstellende
Feind
;
die
Kugel
aber
hab
ich
an
statt
deiner
auffgefangen
:
du
J 2
wä=
Vber
welches
alles
der
Todte
sich
wider
voneinander
zertheilt
/
vnd
durch
vnsichtbare
Händ
die
vier
Viertel
an
die
Bäumer
ge
hänckt
hänckt
worden
.
Nun
erhellet
es
Sonnenklar
/
was
vor
ein
er
sprießliches
Interesse
herrühre
von
der
Andacht
zu
den
Todten
vnd
Christglaubigen
Abgestor
benen
!
Die
seelige
Jungfrau
Catha
rina
Senensis
,
dero
Leib
schon
über
die
hundert
vnd
etlich
dreys
sig
Jahr
vnverwesend
/
hatte
ein
absonderlich
grosse
Lieb
getragen
gegen
den
armen
Seelen
in
Feg
feuer
/
auch
denselben
stätte
Hülff
geleist
;
die
Ursach
aber
ihrer
sol
cher
Wohlgewogenheit
gegen
den
Verstorbenen
war
dise
:
(
b
)
Weil
sie
nemblich
durch
ein
Of
fenbahrung
von
Christo
selbst
be
nachrichtigt
worden
/
daß
sie
über
die
sechs
hundert
grosse
Gnaden
J 3
von
(b) In Vit.
Ja
mein
from̅er
Wienner
/
fol
ge
du
meinen
Rath
;
wann
et
wann
dich
ein
zeitliches
Unglück
anstosset
/
wann
dich
ein
weltli
che
Widerwärtigkeit
überfallt
/
wann
Jn
Tyrol
in
dem
schönen
Schloß
Arras
soll
/
glaub
ich
/
noch
neben
andern
Raritäten
auch
gezeigt
werden
der
Strick
mit
deme
sich
der
Judas
Isca
rioth
erhenckt
hat
;
es
hat
sich
aber
schreibt
Theophilactus
bey
dessen
Todt
etwas
wunderliches
erei=
(c) In Vit.
Henriquez
in
Menologio
Cisterciensi
pag
:
255
.
Erzehlt
etwas
denckwürdiges
:
daß
nem
lich
in
der
Statt
Cervena
in
Catalonia
in
dem
Closter
beym
H
.
Creutz
genannt
/
ein
Gott
seeliger
Geistlicher
gewest
/
wel
cher
neben
andern
Tugenden
/
auch
dise
hatte
/
daß
er
fast
al
lezeit
lezeit
vor
die
Abgestorbene
ge
betten
;
auch
so
offt
es
die
Kir
chen-Rubric
zu
gelassen
/
vor
die
selbe
das
H
.
Meeß=Ambt
ver
richt
/
wessenthalben
er
von
etli
chen
Schimpff=Weiß
der
Feg
feuer=Caplan
ist
genannt
wor
den
.
Einmahl
hat
es
sich
zuge
tragen
/
als
diser
auff
dem
Freyt=
Hoff
vor
die
allda
Begrabne
eyf
ferigst
gebetten
/
daß
ein
Tod
ter
die
Hand
auß
dem
Grab
her
auß
gezogen
/
vnd
ihme
die
Be
nediction
vnd
Seegen
ertheilt
/
welches
als
er
seiner
Obrigkeit
vortragte
/
mehrer
Gelächter
als
Glauben
erhalten
;
in
deme
er
aber
ein
andersmahl
widerumb
auff
demselbigen
Gotts=Acker
sein
eyffrigst
Gebett
vollzogen
/
vnd
die
außgestreckte
Hand
mehr
J 6
mah=
mahlen
gesehen
/
laufft
er
hin
/
zieht
die
Hand
sambt
dem
Armb
herauß
/
bringt
sie
vor
die
Obrig
keit
mit
glaubwürdigster
Zeug
nuß
/
daß
dise
die
Hand
wäre
/
welche
ihm
den
Seegen
geben
:
welche
Hand
durch
ein
beharrli
ches
Wunderwerck
schon
über
die
dreyhundert
Jahr
vnversehrt
ge
zeigt
wird
.
So
geben
dann
die
Christiglaubige
Abgestorbene
den
jenigen
allen
ersprießlichen
See
gen
/
welche
ihnen
zu
Hülff
kom
men
.
Ja
es
kombt
diser
Seegen
über
Kinder
vnd
Rinder
/
über
Gemäuer
vnnd
Scheuer
/
über
Felder
vnd
Wälder
/
über
Herd
vnnd
Pferd
/
über
Heyd
vnnd
Trayd
/
über
Säck
vnd
Blöck
/
über
Gut
vnd
Blut
deß
jenigen
der
sich
der
armen
Seelen
erbar
met /
met
:
Ein
solcher
ist
geseegnet
auff
Gassen
vnd
Strassen
/
auff
Weeg
vnd
Steeg
/
im
Hauß
vnd
drauß
/
der
den
armen
Seelen
Hülff
reichet
.
Versichert
bist
/
daß
du
kein
bessere
Geissel
hast
/
das
Unglück
zu
vertreiben
/
kein
bessern
Schlissel
den
Glücks=
Kasten
zu
eröffnen
;
kein
bessern
Schildt
dich
vorn
Unglück
zu
schiermen
;
kein
bessern
Magnet
/
das
Glück
zu
dir
zu
ziehen
;
als
die
Andacht
vor
die
Todten
.
Es
lebt
annoch
ein
gewisser
Han
delsmann
/
der
hoch
betheuret
/
das
er
etlich
Jahr
so
schlechtes
Gewerb
gehabt
/
daß
er
bereits
vermerckt
hat
/
das
schwäre
Holtz
deß
Bettel-Stabs
leine
schon
vor
der
Thür
;
so
bald
er
aber
den
armen
Seelen
einige
An
dach=
dachten
vnd
Beyhülff
verheissen
/
auch
dieselbige
Treuhertzigkeit
gehalten
/
seye
das
Glück
ihme
handgreifflich
zu
geeylet
/
vnnd
ihme
das
Gewerb
also
gewachsen
/
daß
seine
Nächsten
vor
ein
Zau
ber=Stückel
es
argwohnten
:
heist
das
nicht
Interesse
von
Todten
einnehmen
?
Bißhero
aber
haben
dir
nur
Ohren
klingt
von
den
zeitlichen
Gwinn
;
erwege
aber
forderist
/
was
Seelen=Nutzen
dir
auß
sol
cher
Andacht
entspringe
;
Orige
nes
halt
darvor
daß
jene
Feuer=
Flammen
/
so
die
Statt
Gomor
rha
vnd
Sodoma
eingeäschert
/
seynd
genommen
worden
auß
dem
Ofen
der
Höll
/
vnd
haben
solche
darumben
den
Loth
nicht
berühren
können
/
alldieweil
er
so
Deme
dann
beystimmet
der
Heil
.
Crysost
:
Misericordem
nescit
divinus
Ignis
exurere
,
Ein
Barmhertziger
kan
von
dem
Höllischen
Feuer
nicht
gestrafft
werden
/
welches
eygentlich
die
jenige
an
gehet
/
so
da
barmhertzig
seynd
gegen
den
armen
Seelen
im
Feg
feuer
.
Deßgleichen
prangen
die
Gutthäter
der
armen
Seelen
mit
den
Frey=Brieff
/
daß
sie
eines
üblen
Todts
nicht
können
ster
ben
:
Anno
1600
.
die
Annales
der
Societet
JESU
verzeichnen
/
wie
daß
in
der
Statt
Nola
ein
Mensch
lebte
/
deme
alle
Forcht
GO=
Den
Wiennern
weiß
ich
kei
nen
bessern
Spiegl
in
dem
sie
sich
ersehen
/
als
jenen
Verwal
ter
/
von
deme
der
Evangelist
Lu-
(f) Luc. 16.
Liebe
Wienner
/
thut
ihr
auch
deßgleichen
/
begebt
euch
in
das
Fegfeuer
/
steigt
mit
euern
Ge
dancken
hinunter
in
disen
peyn
lichen
Feuer=Ofen
/
allwo
die
arme
Seelen
lauter
Schuld
ner
seyn
/
vnd
bezahlen
müssen
biß
auff
den
letzten
Häller
;
helfft
ihnen
mit
ein
H
.
Meeß=Opfer
/
mit
einer
inbrünstigen
Commu
nion
,
mit
einem
andächtigen
Rosen=Krantz
/
mit
ein
vilwür
ckenden
Ablaß
/
mit
einem
Christ
lichen
Allmosen
/
rc.
Jhre
Schul
den
zahlen
;
seyt
vergwist
/
wo
fern
ihr
ihnen
solcher
gestalt
werd
auß
den
Schulden
helffen
/
so
wer
den
sie
euch
nachmahls
in
ihre
Häuser
auffnehmen
;
mit
ihren
ohnabläßlichen
Bitten
bey
dem
höchsten
GOtt
so
vil
außwür
cken /
cken
/
daß
er
euch
Kinder
der
Seeligkeit
machet
;
ja
es
schei
net
schier
kaum
möglich
zu
seyn
/
daß
einer
könne
ewig
verlohren
werden
/
der
mit
seinen
Verdien
sten
vnd
Heiligen
Wercken
ein
Seel
auß
dem
Fegfeuer
erlöset
;
dann
so
bald
ein
solche
erlöste
Seel
zu
dem
Angesicht
GOt
tes
gelangt
/
fallet
sie
gleich
ni
der
zu
den
Füssen
JEsu
/
danckt
ihm
forderist
ohnendlich
/
daß
er
sie
als
ein
Mit=Burgerin
deß
Himmels
auffgenommen
;
nach
mahls
bittet
sie
ihr
die
erste
Gnad
auß
/
welche
der
höchste
GOtt
fast
niemahls
abschlägt
/
sie
bit
tet
nemblich
vmb
Heyl
vnd
See
ligkeit
deß
jenigen
/
durch
dessen
Hülff
sie
den
Banden
deß
Feg
feuers
entgangen
;
ja
auff
ewig
wird
Thomas
Cantiprat
:
schreibt
ein
wunderliche
Geschicht
/
wie
daß
einsmahl
ein
Geistlicher
bey
der
Nacht
einem
Krancken
vnd
Sterbenden
das
Höchste
Gut
habe
gereicht
/
als
einen
Göttli
chen
Zehr=Pfenning
auff
die
Reiß
in
die
Ewigkeit
;
da
er
nun
wider
zuruck
kehrte
in
die
Kir
chen
/
vnd
nach
eingesetzten
Ci
borio
mit
gebührender
Ehrent
bietsambkeit
nach
Hauß
eylte
/
zupffte
ihm
jemand
auf
dem
Freyt=
Hoff
;
Diser
wendt
sich
vmb
/
ver=
Requiem
æternam
dona
eis
Domine
&
lux
perpetua
luceat
eis
.